Weltweit auf Empfang?

Stromversorgung unterwegs

Da die meisten Minifernseher für den analogen Empfang mit Mignon-Zellen betrieben werden, ist eine weltweite Versorgung praktisch garantiert. Wer ohne Batterien oder Akkus auskommen möchte, dem seien moderne Steckernetzteile in Schalttechnik empfohlen, die nicht nur ausgesprochen leicht sind, sondern teilweise auch mit 110 Volt Netzspannung zurechtkommen. in Schalttechnologie. Erhältlich z.B. von Egston oder bei CONRAD Elektronik. Für den Betrieb in Auto oder Wohnmobil gibt's passende Kleingeräteadapter und Akku-Ladegeräte für 12 oder 24 Volt Bordspannung. Näheres hierzu unter Stromversorgung. Die meisten DVB-T Modelle arbeiten zwar mit proprietären Li-Ion Akkus, die mitgelieferten Ladegeräte sind aber erfreulicherweise oft für einen großen Spannungsbereich (meist 90 bis 240 Volt) ausgelegt.

Sonnenbad

Die Sonne ist nicht nur der Feind aller empfindlichen elektronischen Geräte, sondern auch der übermächtige Gegner jeder Hintergrundbeleuchtung und jeder Bildröhre. Bei hellem Tageslicht kann man das Fernsehvergnügen mit den aktuellen Taschenfernsehern also meist vergessen. Lediglich die Geräte mit LC-Display im Klappdeckel aus der "LCD-Steinzeit" und der "High-End-Klasse" profitieren teilweise von hellem Umgebungslicht.

Andere Länder, andere Normen

Nicht nur technische oder wirtschaftliche, sondern vor allem politische Gründe haben dafür gesorgt, dass es nach über 50 Jahren Fernsehgeschichte noch immer unterschiedliche und teilweise völlig inkompatible TV-Standards gibt. In der Welt der analogen Fernsehübertragung (bei DVB-T sieht's etwas anders aus) gibt es heute zwei grundsätzlich unterschiedliche Systeme (FCC und CCIR), darauf aufbauend die drei Farbstandards PAL, SECAM und NTSC mit einer Vielzahl von Varianten. Damit man nun am Fernsehempfang auf Reisen auch Freude hat - sprich: mit Bild, Ton und ggf. Farbe - muss das Empfangsgerät die jeweilige Sendenorm beherrschen. Die Einteilung der Welt hinsichtlich der Farbsysteme sieht in etwa so aus:

Mit freundlicher Genehmigung: Paul Schlyter, Swedish Amateur Astronomer's Society (SAAF)

Entsprechend der politischen Strömungen kommt es hin und wieder auch zu Veränderungen. 1954 wurde in Nordamerika vom National Television System Committee die NTSC-Norm ("Never Twice the Same Color") eingeführt. Das Verfahren PAL wurde 1966/67 von den meisten westeuropäischen Ländern übernommen, während Frankreich und die Ostblockstaaten an SECAM festhielten. Zwischenzeitlich bröckelt die SECAM-Front im Osten, und einige Staaten wechselten zu PAL.
Aber leider ist die Farbe noch lange nicht alles: Damit Bild und Ton passen, müssen u.a. Modulationsart, Ablenk-,  Zwischen- und Empfangsfrequenzen stimmen. Beschrieben werden die Standards durch Buchstaben, z.B. "M" für das in den USA verwendete Verfahren. Eine Ländertabelle folgt am Ende des Dokuments.

SYSTEM PAL B,G,H PAL I PAL D PAL N PAL M
Zeilenanzahl 625 625 625 625 525
Horizontalfrequenz 15.625 kHz 15.625 kHz 15.625 kHz 15.625 kHz 15.750 kHz
Vertikalfrequenz 50 Hz 50 Hz 50 Hz 50 Hz 60 Hz
Videobandbreite 5.0 MHz 5.5 MHz 6.0 MHz 4.2 MHz 4.2 MHz
Ton-ZF 5.5 MHz 6.0 MHz 6.5 MHz 4.5 MHz 4.5 MHz
SYSTEM NTSC M
Zeilenanzahl 525
Horizontalfrequenz 15.734 kHz
Vertikalfrequenz 60 Hz
Videobandbreite 4.2 MHz
Ton-ZF 4.5 MHz
SYSTEM SECAM B, G, H SECAM D, K, K', L
Zeilenanzahl 625 625
Horizontalfrequenz 15.625 kHz 15.625 kHz
Vertikalfrequenz 50 Hz 50 Hz
Videobandbreite 5.0 MHz 6.0 MHz
Ton-ZF 5.5 MHz 6.5 MHz

"Welchem Standard entspricht denn nun mein Taschenfernseher?"

CASIO verwendet nach meinen Unterlagen folgende Schlüssel (Anhang zur Modellbezeichnung, z.B. TV-770N):

SONY verwendet meist folgende Kennzeichnung (z.B. FD-10E oder FD-20AEB):

"Wie kann ich meinen schönen NTSC-Taschenfernseher hier in Europa nutzen?"

AFN sendet nicht in Ihrer Stadt nicht mehr? Dann ist improvisieren angesagt! Details gibt's unter Tipps & Tricks.

"Und was ist mit Frankreich?"

Eigentlich stehen die Franzosen doch auf technische Spielereien. Nur bei Taschenfernsehern haben sie sich durch SECAM L ziemlich gründlich ins Abseits manövriert, denn ein "deutscher" Taschenfernseher kann in Frankreich absolut nichts darstellen, nicht einmal in Schwarzweiß (das gilt jedoch nicht für digitalen Empfang):

Vor rund 30 Jahren wurde der Nordmende TR 101 entwickelt - ein relativ kleiner S/W-Fernseher mit herkömmlicher Bildröhre, der in Westeuropa, Großbritannien und Frankreich funktioniert.
CASIO hatte mit dem TV-2700 ein Multinorm-Gerät im Angebot, das u.a. mit SECAM L zurecht kommt. Von den Modellen TV-470 und TV-1410 gab es spezielle Ausführungen für SECAM L.
Der Philips 4LC4050 aus dem Jahr 1992 (4" TFT, 69 Senderspeicher, Radio, Kabeltuner, Digitaluhr) ist für den Einsatz in ganz Westeuropa - einschließlich Frankreich - gerüstet. Dasselbe gilt für das Vorgängermodell, den Philips 4LC1000 aus dem Sortiment von 1991. Der seltene Philips 3LC2000 beherrscht ebenfalls PAL und SECAM L.
Auch CITIZEN hatte mit dem 18TA-0F, dem TB20-0F (alias Roadstar TV-800) und dem TC-63 etwas passendes im Programm.
Von Thomson gab's mit dem TMV1001 ein 4"-LCD-Gerät in der Kategorie Henkelmänner. Und als SABA längst in der französischen Thomson Gruppe aufgegangen war, erschienen zwei Versionen des SABA TV-Journey 2 (alias SEIKO LVD204) für SECAM L: Der SABA 8TCL888 und der Thomson TCL 11.
Ein Leser dieser Seiten aus Frankreich besitzt einem SONY FD-20F - das ist vermutlich der einzige "Watchman", der SECAM L unterstützt.
 

Multinorm-Geräte für unterschiedliche (analoge) TV-Standards

Was bei stationären Fernsehgeräten selbst im digitalen Zeitalter gang und gäbe ist, sucht man gerade bei den "beweglichen" Geräten (nahezu) vergeblich:

In der Reihe der "Röhren" gab es Mitte der Achtziger den SONY Watchman Voyager FD-20AEB, der in den USA, Westeuropa (ohne Frankreich) und England einsetzbar ist (M, B/G, H, I). Die gleichen Normen beherrschen der Sinclair FTV1, der Sinclair MTV1, der Panasonic TR-1000/1001, der SANYO TPM 2170, sowie der ORION TVR-7120 (und alle hierzu baugleichen Geräte).
Der CASIO TV-2700 wurde als Gerät für 4 Standards vermarktet: PAL B/G, H, I und SECAM B/G, H, L - ausreichend für (fast) ganz Europa, einschließlich England und Frankreich.
Die von CASIO entwickelten 7-System Modelle EV-510S, TV-3500S TV-8700S / TV-M420S und TV-M430 unterstützen (von SECAM L in Frankreich einmal abgesehen) alle europäischen Standards: PAL B/G, H, I, D/K und SECAM B/G, H, D/K, K'. Ideal darüber hinaus für Afrika, China und alle Ecken die ehemaligen Sowjetunion.
Der CASIO EV-570P, der CASIO TV-7700Q, der EPSON ET-P310, der SABA TV-Journey 4 (alias EPSON ET-P320), der SONY FDL-390BE, sowie die Philips-Modelle 4PL040, 4LC1000 und 4LC4050 und  funktionieren hierzulande (PAL B/G, H) und in England, Hongkong und Südafrika (PAL I). Die beiden letztgenannten Modelle von Philips arbeiten darüber hinaus auch in Frankreich.
Der Philips 3LC3000/78G funktioniert in den USA (NTSC M) und in Brasilien (PAL M).

Multinorm-Modelle, die mit den unterschiedlichen digitalen Standards (DVB-T, ATSC etc.) zurecht kommen, sind mir noch nicht bekannt.


Übersicht der analogen TV-Standards einiger (Urlaubs-) Länder, natürlich ohne Gewähr.

Achtung: In einigen der genannten Länder ist die Umstellung auf das digitale Antennenfernsehen (DVB-T oder vergleichbar) bereits weit fortgeschritten und die analoge Ausstrahlung entsprechend eingeschränkt. Oder bereis ganz eingestellt, markiert mittels Durchstreichung.
           

Land

VHF

UHF

Ägypten

SECAM B / PAL B

SECAM G / PAL G

Argentinien PAL N PAL N

Australien

PAL B (teilweise)

PAL G (teilweise)

Bahamas NTSC M --

Belgien

PAL B

PAL H

Brasilien

PAL M

PAL M

Bulgarien

SECAM D

SECAM K

China

PAL D

--

Dänemark

PAL B

PAL G

Deutschland

PAL B

PAL G

Dominikanische Republik

NTSC M

NTSC M

Elfenbeinküste

SECAM K1

--

Finnland

PAL B

PAL G

Frankreich

SECAM L

SECAM L

Griechenland

SECAM (?) / PAL B

SECAM (?) / PAL G

Großbritannien

--

PAL I

Hongkong

--

PAL I

Indien

PAL B

--

Indonesien

PAL B

PAL G

Irland

PAL I

PAL I

Israel

PAL B

PAL G

Italien

PAL B

PAL G

Jamaika

NTSC M

--

Japan

NTSC J

NTSC J

Jugoslawien

PAL B

PAL G

Kanada

NTSC M

NTSC M

Kanarische Inseln

PAL B

PAL G

Kroatien

PAL B

PAL G

Luxemburg

PAL B / SECAM L

PAL G / SECAM L

Malaysia

PAL B

--

Malediven PAL B --

Malta

PAL B

PAL H

Mexiko

NTSC M

NTSC M

Monaco

SECAM L

PAL G

Neuseeland

PAL B

PAL G

Niederlande

PAL B

PAL G

Norwegen

PAL B

PAL G

Österreich

PAL B

PAL G

Polen

SECAM D / PAL

SECAM K / PAL

Portugal

PAL B

PAL G

Rumänien

PAL D

PAL K

Russland

SECAM D

SECAM K

Schweden

PAL B

PAL G

Schweiz

PAL B

PAL G

Senegal

SECAM K1

--

Seychellen

PAL B

PAL G

Singapur

PAL B

PAL G

Slowakische Republik

SECAM / PAL

SECAM / PAL

Slowenien

PAL B

PAL G

Spanien

PAL B

PAL G

Sri Lanka

PAL B

--

Südafrika

PAL I

PAL I

Tahiti

SECAM K1

--

Taiwan

NTSC M

NTSC M

Thailand

PAL B

--

Tschechien

PAL

PAL

Türkei

PAL B

PAL G

Tunesien

SECAM B

--

Ungarn

SECAM D / PAL

SECAM K / PAL

USA

NTSC M

NTSC M

Zypern

PAL B

PAL G


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Update: 12.05.2009